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Kirchliche Trauung in Kassel & Nordhessen

Kirchlich heiraten in Kassel & Nordhessen

Evangelisch oder katholisch, in der eigenen Gemeinde oder auswärts: 84 Kirchen in Kassel und im Landkreis mit dem zuständigen Pfarramt – dazu Ablauf, Unterlagen und die ehrliche Antwort auf die Kostenfrage.

  • 84 Kirchen
  • 31 in Kassel
  • 53 im Landkreis

Kirchen-Finder

Finde eure Kirche

84 Kirchen in Kassel und Umgebung

Kirchen und Kontakte nach dem Adressverzeichnis der Stadt Kassel, dem Kirchenverzeichnis des Kirchenkreises Kaufungen, der Pfarreiliste des Bistums Fulda und den Angaben der Gemeinden, Stand 13. September 2026. Genannt ist jeweils das zuständige Pfarramt, nicht immer die Anschrift der Kirche – ob eure Trauung dort stattfinden kann, entscheidet die Gemeinde. Der Finder deckt Kassel und den inneren Landkreis ab (Ahnatal, Baunatal, Calden, Fuldabrück, Fuldatal, Helsa, Kaufungen, Lohfelden, Nieste, Niestetal, Schauenburg, Söhrewald, Vellmar). Weiter draußen hilft der Gemeindefinder der EKD.

Schritt für Schritt

So kommt ihr zur kirchlichen Trauung

Der Weg ist in beiden Konfessionen ähnlich: erst das Standesamt, dann das Gespräch in der Gemeinde. Die Einzelheiten klärt ihr mit dem Pfarramt – jede Gemeinde entscheidet selbst.

  1. Standesamt zuerst

    Rechtlich geschlossen wird die Ehe allein im Standesamt. Die kirchliche Trauung ist ein Gottesdienst, der dazukommt – am selben Tag oder Wochen später. Ohne die standesamtliche Eheschließung geht sie nicht.

  2. Gemeinde ansprechen

    Zuständig ist in der Regel die Gemeinde, in der ihr wohnt. Eine andere Kirche oder eine Pfarrperson eurer Wahl ist möglich – dafür braucht ihr das Einverständnis eurer Wohnortgemeinde. Sprecht früh an, beliebte Samstage sind schnell vergeben.

  3. Traugespräch führen

    Im Gespräch geht es um euch und um die Gestaltung: Lesung, Trauspruch, Musik, wer mitwirkt. Die Heiratsurkunde vom Standesamt gebt ihr hier ab, sie wird ins Kirchenbuch eingetragen.

  4. Trauung feiern

    Der Gottesdienst dauert meist 45 bis 60 Minuten. Trauzeugen sind hier – anders als im Standesamt – vielerorts üblich, verbindlich vorgeschrieben sind sie in der evangelischen Kirche nicht.

Evangelisch

  • Mindestens eine Person muss evangelisch sein.
  • Gehört die andere Person einer anderen Konfession oder Religion an, ist die Trauung trotzdem möglich.
  • Bei evangelisch-katholischen Paaren braucht die katholische Seite eine Dispens ihrer Kirche.
  • Das Traugesetz der Landeskirche Kurhessen-Waldeck gilt seit 2018 auch für gleichgeschlechtliche Paare.
  • Mehr dazu bei der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Katholisch

  • Meldet euch im Pfarrbüro an eurem Hauptwohnsitz, dort wird besprochen, was vorher zu klären ist.
  • Plant Vorlauf ein: etwa ein Jahr, spätestens ein halbes.
  • Zur Vorbereitung gehört ein Ehevorbereitungskurs; das Bistum Fulda bietet ihn auch online an, Anmeldeschluss ist zwei Wochen vor Kursbeginn.
  • Das Pfarramt nimmt vor der Trauung ein Ehevorbereitungsprotokoll auf.
  • Termine und Kurse beim Bistum Fulda.

Diese Unterlagen braucht ihr

Welche Papiere im Einzelfall nötig sind, sagt euch das Pfarramt. Das hier wird üblicherweise verlangt.

Immer

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Heiratsurkunde vom Standesamt
  • Taufurkunde oder Taufbescheinigung

Evangelisch dazu

  • Konfirmationsschein, falls vorhanden
  • Bescheinigung der eigenen Gemeinde, wenn ihr in einer anderen Kirche heiratet

Katholisch dazu

  • Ehevorbereitungsprotokoll, aufgenommen im Pfarramt
  • Dispens, wenn eine Person nicht katholisch ist

An einigen Tagen im Kirchenjahr wird nicht getraut: in der Karwoche vor Ostern, am Ewigkeitssonntag und in der Woche um den Buß- und Bettag. Wenn euer Wunschtermin in diese Zeit fällt, klärt das früh mit der Gemeinde.

Kosten

Was kostet die kirchliche Trauung?

Kurz: Die evangelische Trauung ist für Kirchenmitglieder kostenfrei – eine Gebühr wie im Standesamt gibt es nicht. Was an Auslagen dazukommt, legt jede Gemeinde selbst fest; fragt im Pfarramt nach, auch auf katholischer Seite.

Was die Kirche nimmt

  • Die Trauung ist für evangelische Kirchenmitglieder kostenfrei.
  • Manche Gemeinden erheben Auslagen für Orgel- und Küsterdienst. Wie hoch sie sind, legt die Gemeinde fest; feste Sätze veröffentlicht sie in der Regel nicht – fragt im Pfarramt nach.
  • Sind beide aus der Kirche ausgetreten, ist eine Trauung nicht möglich. Ein Segnungsgottesdienst lässt sich trotzdem besprechen.

Was ihr selbst tragt

  • Blumenschmuck in der Kirche
  • Musik über den Gemeindeorganisten hinaus, etwa Solistin, Chor oder Band
  • Kirchenheft, Kerzen, Deko
  • Fotografin oder Fotograf – vorher absprechen, was während des Gottesdienstes erlaubt ist

Einmal im Jahr

„einfach heiraten“ in der Martinskirche

Ein Abend, an dem ihr ohne monatelange Planung getraut oder gesegnet werdet: Pfarrerinnen und Pfarrer nehmen sich Zeit für ein Gespräch, ihr wählt ein Bibelwort und Musik, danach wird gefeiert. Zuletzt am 26. Juni 2026, von 17 bis 22 Uhr. Für den Segen braucht ihr nichts mitzubringen, für die Trauung die standesamtliche Urkunde und die Ausweise. Kostenlos, Spenden sind willkommen. Wie so ein Abend abläuft, haben wir im Ratgeber aufgeschrieben.

Zum nächsten Termin (öffnet ein neues Fenster)

Gut zu wissen

Fragen & Antworten zur kirchlichen Trauung

Müssen wir vorher standesamtlich heiraten?

Ja. Die Ehe wird rechtlich im Standesamt geschlossen, die kirchliche Trauung ist ein Gottesdienst, der dazukommt. Ohne die standesamtliche Eheschließung findet sie nicht statt. Wann sie stattfindet, ist offen: am selben Tag oder Wochen später.

Müssen beide evangelisch sein?

Nein, mindestens eine Person. Gehört die andere einer anderen Konfession oder Religion an, ist die Trauung trotzdem möglich. Bei evangelisch-katholischen Paaren braucht die katholische Seite eine Dispens ihrer Kirche.

Können wir in einer anderen Kirche heiraten als bei uns zu Hause?

Ja. Zuständig ist zunächst eure Wohnortgemeinde, sie stellt aber eine Bescheinigung aus, mit der ihr anderswo heiraten könnt. Sprecht beide Gemeinden früh an – die Kirche eurer Wahl muss den Termin freihalten.

Was kostet die kirchliche Trauung?

Für Kirchenmitglieder ist sie kostenfrei. Manche Gemeinden erheben Auslagen für Orgel- und Küsterdienst; feste Sätze veröffentlichen sie meist nicht, fragt im Pfarramt nach. Blumen, zusätzliche Musik und Deko zahlt ihr selbst.

Wie früh sollten wir uns melden?

Evangelisch: sobald euer Termin im Standesamt steht. Katholisch solltet ihr etwa ein Jahr Vorlauf einplanen, spätestens ein halbes – dazu gehört ein Ehevorbereitungskurs. Beliebte Samstage im Sommer sind früh vergeben.

Können gleichgeschlechtliche Paare kirchlich heiraten?

In der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, zu der Kassel gehört, ja: Die Landessynode hat das Traugesetz 2018 geändert, es gilt für gleichgeschlechtliche Paare gleichermaßen.

Geht eine Trauung, wenn wir aus der Kirche ausgetreten sind?

Eine Trauung setzt die Mitgliedschaft mindestens einer Person voraus. Seid ihr beide ausgetreten, ist sie nicht möglich. Über einen Segen für euren gemeinsamen Weg lässt sich trotzdem sprechen – fragt in der Gemeinde nach.

Gibt es Tage, an denen nicht getraut wird?

Ja. In der Karwoche vor Ostern, am Ewigkeitssonntag und in der Woche um den Buß- und Bettag finden keine Trauungen statt. Fällt euer Wunschtermin in diese Zeit, klärt das früh mit der Gemeinde.

Können wir ökumenisch heiraten?

Ja. Bei einer konfessionsverbindenden Trauung gestalten evangelische und katholische Geistliche den Gottesdienst gemeinsam. Sprecht beide Gemeinden an, sie stimmen Ablauf und Formalien untereinander ab.

Welche Kirche in Kassel ist die größte?

Die Martinskirche am Martinsplatz: Sie bietet 1400 Besucherinnen und Besuchern Platz und ist zugleich Bischofskirche der Landeskirche Kurhessen-Waldeck. Alle Kirchen findet ihr im Kirchen-Finder.